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Cannabis als Arzneimittel in Deutschland: Marktentwicklung und rechtlicher Rahmen 2026

Änderung ggü. Originalentwurf: Rein faktische Markt-/Rechtsdarstellung, keine Wirkungsaussagen, kein  Bezug zu Indikationen. 

Wörter: ~~900 

Ein historisches Wachstum 

Der deutsche Markt für medizinisches Cannabis hat sich seit dem Inkrafttreten des  Cannabisgesetzes am 1. April 2024 grundlegend verändert. Was über Jahre ein  vergleichsweise kleines Nischensegment der Arzneimittelversorgung war, hat sich innerhalb  kürzester Zeit zu einem der dynamischsten Wachstumsmärkte im deutschen  Gesundheitswesen entwickelt. Die Zahl der Patientinnen und Patienten ist im Jahr 2025 von  rund 250.000 auf über 900.000 gestiegen – ein Zuwachs von mehr als 260 Prozent innerhalb  eines einzigen Jahres.

Parallel zu den Patientenzahlen sind auch die Importmengen erheblich gewachsen. Sie haben  sich auf über 140 Tonnen verdoppelt, wobei der überwiegende Teil aus Kanada, Portugal und  den Niederlanden stammt. Der Gesamtmarkt erreichte 2025 ein Volumen von knapp einer  Milliarde Euro, was einem Wachstum von etwa 155 Prozent gegenüber dem Vorjahr  entspricht. Fachleute sprechen mittlerweile davon, dass Deutschland sich zum bedeutendsten  europäischen Absatzmarkt für medizinisches Cannabis entwickelt. 

Hintergrund: Vom Betäubungsmittelrecht zum eigenständigen  Gesetz 

Bis 2024 unterlag medizinisches Cannabis in Deutschland dem Betäubungsmittelgesetz  (BtMG), was mit erheblichem bürokratischem Aufwand für Ärzte, Apotheken und Patienten  verbunden war. Mit dem Medizinalcannabisgesetz (MedCanG) wurde ein eigenständiger  Rechtsrahmen geschaffen, der den Umgang mit medizinischem Cannabis – von Anbau über  Import bis zur Abgabe in der Apotheke – eigenständig regelt. Diese Neuordnung gilt als  wesentlicher Treiber des seither beobachteten Marktwachstums. 

Neue gesetzliche Vorgaben ab 2026 

Mit Beginn des Jahres 2026 wurden die regulatorischen Anforderungen in einigen Punkten  verschärft. Für eine Erstverordnung ist seither mindestens ein persönlicher Kontakt zwischen  Arzt und Patient erforderlich – eine reine Video-Erstberatung reicht nicht mehr aus. Für  Folgeverschreibungen muss innerhalb eines Zeitraums von vier Quartalen mindestens ein  persönlicher Kontakt oder Hausbesuch dokumentiert werden. Zudem ist der Versandhandel  mit medizinischen Cannabisblüten inzwischen untersagt; Patienten erhalten ihr Arzneimittel  ausschließlich nach persönlicher Beratung direkt in der Apotheke. 

Wer darf Cannabis verschreiben? 

In Deutschland dürfen grundsätzlich alle Hausärzte und Fachärzte medizinisches Cannabis  verschreiben – mit Ausnahme von Zahn- und Tierärzten. Die Entscheidung über eine mögliche  Therapie liegt dabei ausschließlich beim behandelnden Arzt, der im Rahmen seiner ärztlichen  Sorgfaltspflicht die individuelle gesundheitliche Situation des Patienten beurteilt. Eine  pauschale Anspruchsberechtigung gibt es nicht; jede Verordnung erfolgt auf Basis einer  Einzelfallentscheidung. 

Qualität und Versorgungssicherheit als zentrale Themen 

Mit dem wachsenden Marktvolumen rücken Fragen der Versorgungssicherheit,  Produktqualität und Lieferkettentransparenz zunehmend in den Vordergrund der  gesundheitspolitischen Debatte. Unternehmen, die medizinisches Cannabis nach  Deutschland importieren oder im Großhandel vertreiben, benötigen entsprechende  behördliche Genehmigungen und müssen strenge regulatorische Vorgaben – etwa im Bereich  der Good Distribution Practice (GDP) – erfüllen. Auch das im Fachbuch von Müller-Vahl und  Grotenhermen ausführlich dargestellte Spannungsfeld zwischen wachsender Nachfrage und  begrenzten Anbaukapazitäten bleibt für die kommenden Jahre ein zentrales Thema der  Branche. 

Wenn Sie Fragen zu einer möglichen Therapie haben 

Ob eine Behandlung mit medizinischem Cannabis für Sie persönlich in Betracht kommt, kann  ausschließlich Ihr behandelnder Arzt im persönlichen Gespräch beurteilen. Sprechen Sie ihn  bei entsprechenden Fragen direkt an – er kennt Ihre Krankengeschichte, mögliche 

Wechselwirkungen mit bestehenden Medikamenten und kann eine fundierte, individuelle  Einschätzung abgeben. 

Hinweis: Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und stellt keine medizinische  Beratung dar. Bei gesundheitlichen Beschwerden wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt oder Apotheker. 

Quellen: 

📚 DoktorABC (2026): Cannabis-Therapie 2026: Was sich ändern dürfte. 

📚 Hanf Magazin (2026): Medizinisches Cannabis 2026 – Der Patientenguide. 

📖  Müller-Vahl, K.R. & Grotenhermen, F. (2024): Cannabis und Cannabinoide. 2. Aufl., MWV Medizinisch  Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft. ISBN 978-3-95466-830-4.

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